11 Zeichen, dass ihr mit eurer Band keinen Erfolg haben werdet

Ihr habt euch vielleicht in diesen Artikel geklickt, weil ihr mit eurer Band erfolgreich sein wollt oder Hobbymusiker seid und überlegt was es brauchen würde. Viele Bands werden nicht erfolgreich – nicht weil sie keine gute Musik machen oder nicht das Zeug dazu hätten – sondern weil die Band sich vorher trennen. Es gibt einige eindeutige Anzeichen, dass eure Band nicht für eine intensive Zusammenarbeit im Musikbusiness gemacht ist, wenn ihr so weitermacht wie bisher. Ihr werdet merken, vieles hat damit zu tun ob ihr überhaupt Erfolg haben wollt. Findet den Fehler und dreht das Schicksal zu euren Gunsten.

 

1. Ihr seid bei den Proben die meiste Zeit betrunken oder bekifft

Proben können Spaß machen, und man kann sie sich so angenehm wie möglich gestalten. Aber gleichzeitig sind Proben auch Arbeit und dicht sein während der Arbeit macht nur in den wenigsten Musikrichtungen Sinn.

Wenn ihr die ganze Zeit unter Einfluss steht, bringt ihr weniger weiter, und das Ziel für Gigs vorbereitet zu sein rückt in den Hintergrund.
Ich brauche wohl nicht dazu sagen, dass eine Band die nur unter Substanzen kreativ arbeiten kann, ein weitaus größeres Problem hat, auf Dauer leistungsfähig und für Booker und Veranstalter berechenbar zu bleiben.

 

2. Es kommt immer irgendwer zu spät
oder hat Prüfungen, Arbeit, Kopfweh und kann deswegen nicht zur Probe kommen.

Natürlich können ab und zu Situationen eintreten, wegen denen eine Probe nicht zustande kommt, aber grundsätzlich ist Proben euer Job und wenn ihr sie leichtfertig sausen lässt, sagt es viel über eure Arbeitsmoral.
Übermässiges Zuspätkommenden kommen und Proben spritzen ist für mich ein Grund einen Musiker in meiner Band auszutauschen. Proben sind genauso wichtig und ernst zu nehmen wie Auftritte und die würdet ihr ja hoffentlich auch nicht einfach sausen lassen.

 

3. Die Kommunikation stimmt überhaupt nicht

Eure Band ist nicht nur eure Arbeit, sondern auch eine erweiterte Familie. Deswegen ist es umso wichtiger, dass die Kommunikation in der Band stimmt.
Dazu gehört, dass ihr zwar höflich miteinander redet und konstruktive Kritik geben lernt, aber euch auch traut zu sagen wenn etwas nicht stimmt.
Übermässiges People Pleasing ist genauso schädlich wie sinnlose, beleidigende Kritik. Das führt oft dazu, dass später mehr Geld und Zeit in Kommunikation investiert werden muss. Metallica zum Beispiel hatte einen Therapeuten der ein Gruppen-Gespräch in der Band leitete.
Für das geben von Kritik hilft die Sandwich-Technik: gebt euren Bandkollegen konkretes positives Feedback und nennt drei Dinge die schon gut funktionieren, dann sagt was ihr euch als Verbesserung wünschen würdet und warum, und dann nochmal ein positives Gesamtfeedback.
Auch für das Annehmen von Kritik gibt es Regeln: Lasst die Person ausreden, nehmt die Kritik an ohne gleich zu diskutieren, bedankt euch dafür. Stellt Fragen, wenn ihr nicht ganz wisst was gemeint ist und überlegt euch ob ihr das Feedback so annehmen könnt, bzw. wie ihr es umsetzt.

 

4. Ihr mögt einander eigentlich nicht

Eine gewisse Grund-Sympatie und gegenseitiger Respekt zwischen den Mitgliedern einer Band ist wichtig. Solltet ihr einmal touren, werdet ihr 24/7 aufeinander kleben und wenn ihr euch nicht grundsätzlich mögt, wird das früher oder später zu Zwist führen.
Oft spielen Musiker nur zusammen, weil sie ein ähnliches Level an Können haben, und denken das reicht für den Erfolg.
Manche Bands kommen da auf witzige Ideen. Ich habe von Bands gehört (ich nenne keine Namen ;)) die ein Buch im Tour-Bus haben, in das jedes Mitglied schreiben kann, was es an den andern stört.
Ich muss sagen, diese Methode klingt nicht sehr konstruktiv, aber versucht es mal umgekehrt: Wenn euch gerade ein Bandmitglieder nervt, schreibt auf, was ihr an dem andern schätzt. Das unterstützt das Zusammengehörigkeitsgefühl.

 

5. Der Gitarrist schreibt kurz vor dem Gig nicht mehr zurück

Uuuuh,… kommt euch das Bekannt vor? Eure Band hat endlose Stunden geprobt für euren Auftritt. Es war alles ein wenig chaotisch, aber jeder hat sein Bestes gegeben. Nur dieser eine Musiker (nicht zwangsläufig der Gitarrist), meldet sich gerade nicht mehr. In der Band-Gruppe auf WhatsApp schreibt er nur auf direkte und mehrfache Ansprache zurück, beim Ausmachen von Terminen hat er plötzlich am wenigsten Zeit von allen und antwortet immer als letzter und vor dem Konzert hört man plötzlich gar nichts mehr von ihm. Jetzt ist Zeit in Panik auszubrechen!
Dieser Musiker erweckt das Gefühl, dass er etwas zu vertuschen hat. Hat er kalte Füße bekommen? Oder ist er grundsätzlich unzuverlässig, überfordert oder demotiviert? Oder er hat an dem Termin plötzlich doch etwas Besseres zu tun und ihr solltet euch nach jemandem neuen umsehen? Aaaaah…. Dieses Verhalten ist extrem verunsichernd und ein klärendes Gespräch wäre angebracht.

Zuverlässige Musiker sind das Um und Auf einer Band. Gitarrist und Bassist Thomas beim Soundcheck.

 

6. Ihr wollt sowieso keinen Erfolg

Das ist cool. Wenn für eure Band Musik nur ein Hobby, dann ist das vollkommen in Ordnung! Hört auf weiterzulesen und widmet eure Zeit etwas Netterem.
Wenn ihr aber das Gefühl habt, ihr redet euch das nur ein, weil ihr sowieso nicht dran glaubt, oder damit ihr euch nicht um Marketing, Organisation und Geld kümmern müsst, dann solltet ihr diesen Glaubenssatz nochmal überdenken. Wenn ihr als Band sagt Erfolg ist euch egal, und ihr wollt sowieso kein Geld mit eurer Musik verdienen, dann ist es genau das was ihr nach außen vermittelt… und bekommt.

 

7. Ihr könnt euch nicht einigen wer der Bandleader ist

Viele erfolgreiche Bands zerbrechen an Machtkämpfen zwischen den Musikern oder weil keiner die Verantwortung übernehmen will. Wer ist als Bandleader am besten geeignet? Sind sich da alle einig? Wer schreibt die Songs? Oder schreibt ihr die alle zusammen? Kompromisse sind ok, aber im Endeffekt müssen sich alle wohlfühlen und Dinge müssen entschieden werden. Nehmt euch die Zeit.

 

8. Ihr habt unterschiedliche Ziele

Oft sucht man sich Musiker aus dem Bekanntenkreis, oder nimmt sie in die Band auf, weil sie gerade “da” sind. Ich würde euch schon von Anfang an raten, euch eure Musiker penibler auszusuchen. Es lohnt sich!
Definiert dafür eure Ziele: Seid ihr berufstätig und macht Musik, weil es ein schöner Ausgleich ist, oder sucht ihr eine Band, die mit euch professionell arbeiten soll. Das macht einen Unterschied im Zeitaufwand und muss vorher geklärt werden.
Stehen alle Mitglieder der Band auf den selben Musikstil und sind sie bereit zum Wohle aller Einbußen zu machen.

 

9. Ihr unterschätzt die Arbeit

Das ist bestimmt der wichtigste Punkt, der unerfahrene Bands zum Aufgeben zwingt. Eine Band besteht nicht nur aus einmal die Woche Proben und ab und zu neue Songs schreiben, es kann zeitweise ganz schön viel Arbeit werden, auch wenn ihr noch nicht professionell arbeitet.
Denkt daran, dass Auftritte nicht von selbst kommen. Ihr müsst euch mit Veranstaltern in Verbindung setzen und Konzerte buchen, planen und organisieren. Ihr solltet auch eure Songs aufnehmen, und regelmässig Kontakt zu euren Fans haben, irgendwer muss die Website/Social Media betreuen, und habt ihr vor Band-Merchandise zu verkaufen? Wer bestellt und verwaltet das? Wer hat den Überblick und macht die Jahresplanung? Wer ist gut in Marketing, Kommunikation und Vermarktung. Wer von euch am besten geeignet für Finanzstrategien und verwaltet die Bandkassa etc.
Eine Band ist eine kleine Firma. Gebt jedem Mitarbeiter einen spezifischen Job, angepasst an seine Talente, so dass alles flutscht 🙂

Gegenseitiger Respekt und harte Arbeit anstatt Skandale. Alter Bridge ist ein positives Vorbild.

 

10. Ihr könnt kein Geld in die Band investieren

Ihr wollt zwar Erfolg mit eurer Band haben, doch Anfangs kostet sie euch mehr als ihr damit verdient. Merch muss vorfinanziert werden, damit ihr ihn weiterverkaufen könnt. Viele Locations wollen von euch, dass ihr Tickets verkauft, die ihr vorher bezahlen müsst, Instrumente warten sich nicht von selbst und Proberäume und Equipment kostet etwas. Da läppert sich einiges zusammen und eine professionelle CD aufnehmen kann auch leicht mal einige Tausend Euro kosten. Seid euch dessen im klaren, dass jeder etwas beitragen muss, und sprecht ab, was ihr euch eigentlich leisten könnt 😉

 

Was heißt Erfolg für euch eigentlich?

Für jeden bedeutet Erfolg haben etwas anderes. Die einen sind glücklich, wenn sie eine kleine, treue Fansbase aufbauen, und sich die Ausgaben der Band refinanzieren. Andere wollen von ihrer Musik leben und die Hälfte des Jahres auf Tour sein. Für manche Bands reicht es aber schon ein Album online herauszubringen und es zum Download anzubieten, ohne je ein Konzert zu spielen. Sucht euch aus, was das beste für eure Band ist, das alles ist ok. Rennt nicht den Idealen anderer Leute nach, das kann auf Dauer wirklich anstrengend sein. Habt ihr erstmal eure Wünsche definiert, könnt ihr die richtigen Ziele für euch verfolgen.

 

Ich hoffe, der Artikel hat euch gefallen und ihr habt super viel Erfolg mit eurer Musik. Mein Name ist Nives Farrier, ich bin Vocal Coach und unterstütze euch gerne, wenn ich kann.

 

 

One Reply to “11 Zeichen, dass ihr mit eurer Band keinen Erfolg haben werdet”

  1. Lieber Nevisadmin

    ein super toller Blog, der als Sängerin oder Musikerin voll an’s Herz geht!!!! Besonders Punkt 2 ist in jedem Fall unfassbar auf den Punkt und spricht sicherlich Vielen aus den Herzen. Lieben Dank für’s Teilen und Vorfreude auf weitere Posts.

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